Solomütter – Mit Samenspende schwanger werden

von | Jun 17, 2020 | Blog, Spendereltern | 0 Kommentare

Solomütter in Deutschland – ihr seid nicht allein!

Vor kurzem wurde im Ersten eine Reportage über Solomütter gezeigt, die sich per Samenspende ihren Kinderwunsch erfüllen. In der Diers Klinik kennen wir diese Situation nur allzu gut, weil wir schon seit mehreren Jahren alleinstehende Frauen begleiten, die sich auch ohne Partner den Kinderwunsch erfüllen möchten.

Schon im Anfang der Reportage wird die Frage “Haben Singlefrauen das Recht auf ein Kind?” gestellt. Die Debatte gibt es auch in Dänemark, aber trotzdem ist der Ton ein ganz anderer. Für uns steht klar, dass alle, die sich ein Kind wünschen, und die Möglichkeit haben für ein Kind mit Liebe zu sorgen, auch das Recht haben, sich diesen Wunsch zu erfüllen. In Deutschland gibt es aber leider viel mehr Kritiker, als es in Dänemark der Fall ist.

In der Reportage lernen wir zwei Frauen kennen. Zum einen treffen wir Hanna Schiller, deren Blog https://www.solomamapluseins.de/ wir nur aufs Wärmste empfehlen können, und zum anderen lernen wir Lisa kennen, die sich in einer deutschen Kinderwunschklinik ihren Kinderwunsch ohne Partner erfüllen möchte.

In Deutschland gibt es nur wenige Kliniken, die alleinstehende Frauen behandeln möchten, und wir haben beim Ansehen der Reportage gemerkt, was unsere Kundinnen meinen, wenn sie uns sagen, dass in Deutschland alles klinischer und vor allem komplizierter ist als bei uns. Ein Kind zu bekommen ist für uns ein persönliches Anliegen, und wir wissen, wie emotional eine solche Entscheidung auch für Frauen ist, die sich für den nicht-klassischen Weg entscheiden, und eine Samenspende wählen. Ob man als Paar oder allein zu uns kommt, um sich den Kinderwunsch zu erfüllen, macht keinen Unterschied aus. Deshalb sind wir auch sehr berührt von der Tatsache, dass es in Deutschland für Singlefrauen andere Kriterien gibt als für Paare. Als Singlefrau musst du vorab selbst für sowohl eine psychosoziale Beratung als auch für eine familienrechtliche Beratung durch einen Anwalt zahlen. Dies ist keine Empfehlung von den Kliniken in Deutschland, sondern die Frauen werden dazu gezwungen, um überhaupt für die Behandlung zugelassen zu werden. Von Paaren wird eine solche Vorbereitung nicht verlangt.

Unsere Erfahrung sagt uns eindeutig, dass vor allem Singlefrauen sich die Entscheidung diesen Weg einzugehen besonders gut überlegt haben. Sie sind oftmals am besten vorbereitet, und haben vorab überlegt, welche Herausforderungen auf sie zukommen, wenn sie allein mit einem Kind sein werden. Das man sie dann noch dazu zwingen muss von sogenannten “Experten” beraten zu werden ist für uns unverständlich und entwürdigend. Wir können sehr gut nachvollziehen, dass viele Frauen über diesen Prozess frustriert und verletzt sind.

Obwohl das Thema in der Gesellschaft zum Teil anscheinend noch tabuisiert ist, überrascht die Tatsache doch, dass Schätzungen davon ausgehen, dass 20-30 % aller Samenspenden aus Samenbanken in Deutschland für Singlefrauen sind – und die Tendenz ist steigend. Dies bestätigt aber gleichzeitig auch unsere Erfahrungen, dass immer mehr alleinstehende Frauen sich für diesen Weg entscheiden und vor allem dazu stehen. Wir kennen die Gedanken vieler dieser Frauen, die sich vorab darum sorgen, wie sie ihre Situation später erklären sollen. Mittlerweile gibt es aber, wie auch in der Reportage erzählt wird, sehr viele, die Solomütter werden und dadurch wird man nicht die “Einzige” sein, die sich in dieser Situation befindet. Je mehr Solomütter es gibt, umso mehr steigt auch das Verständnis in der Gesellschaft und vor allem die Akzeptanz. Dies kennen wir auch aus Dänemark, wo die Solomütter immer deutlicher im Alltag hervortreten.

Das ist auch das Ziel von Hanna Schiller, die sich vorgenommen hat, andere Solomütter zu ermutigen und auch kommenden Solomüttern zu sagen: “Es ist okay, dass man diesen Weg geht.” Sie sagt auch, dass sie die Entscheidung immer wieder treffen würde und stolz darauf ist, dass sie die Initiative ergriffen und es selbst in die Hand genommen hat sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen.

Hanna weiß auch, dass ihr Sohn eines Tages Fragen stellen wird bzgl. seinem Papa und sie wird ihm offen und ehrlich erklären, wie er entstanden ist. Auch Hannas Mutter ist es wichtig, dass das Kind aufgeklärt wird. In der Reportage begleiten wir Hanna auch dabei, wie sie nach Dänemark reist, um eine andere Solomutter zu treffen, die ein Kind mit demselben Spender hat, wie Hanna. Es ist Hanna wichtig, dass ihr Sohn die Möglichkeit hat biologische Halbgeschwister kennen zu lernen, und auch sie ist neugierig danach zu sehen, ob die Kinder Gemeinsamkeiten aufweisen. Die dänische Solomutter erzählt, dass sie ihrer Tochter bereits früh erzählt hat, dass sie keinen Vater hat. Der Tochter stört es nicht, keinen Vater zu haben. In ihrem Leben gab es nie einen Vater und deswegen fehlt er auch nicht.

Auch von uns ist die Empfehlung stets, dass man als Solomutter oder als Eltern einen Spenderkindes generell schon sehr früh dem Kind erklärt, dass es einen Spender gibt und dass dieser Spender nicht mit einem Vater verwechselt werden sollte. Nur so kann man das Risiko umgehen, dass die Kinder später das Gefühl bekommen hinters Licht geführt worden zu sein, oder ein Verlangen nach einem Papa haben, welches der Spender niemals erfüllen kann.

Dass es in Deutschland so schwierig ist als Singlefrau behandelt zu werden, liegt vor allem auch daran, dass es keine gesetzlichen Regelungen gibt, sondern nur Richtlinien, die von der Ärztekammer festgelegt werden. Durch diese Richtlinien wird dazu geraten, Singlefrauen nicht zu behandeln. Letztendlich ist es aber den Medizinern überlassen zu entscheiden, ob sie die Behandlung anbieten wollen oder nicht. Sie handeln also nach persönlichem Ermessen, und dadurch werden viele Singlefrauen leider diskriminiert. Dies hören wir immer wieder von Frauen, die zu uns kommen, um behandelt zu werden, die leider vorab schlechte Erfahrungen mit Ärzten gemacht haben, die die Frauen direkt dazu auffordern ihrem Kinderwunsch nicht nachzugehen.

Aber nur weil man als Singlefrau sich allein auf den Weg begibt, heißt das nicht automatisch, dass man auch allein bleibt. Viele treffen später in ihrem Leben den richtigen Partner, der vielleicht auch die Vaterrolle für das Kind übernehmen möchte. Aber leider haben Frauen nicht immer die Zeit auf diesen Partner zu warten, wenn die biologische Uhr tickt. Und auch falls kein passender Partner auftauchen sollte, dann haben Singlefrauen meist ein unglaublich starkes Netzwerk mit Familie und Freunden, die bereitstehen, um Mutter und Kind tatkräftig zu unterstützen. Wir ziehen den Hut vor diesen Frauen und deren engsten Bekanntenkreis, die beweisen, dass eine moderne Familie alles andere als das klassische Familienmodell “Vater, Mutter, Kind” sein kann.

Obwohl Dänemark und Deutschland sich geographisch sehr nah sind, sind wir immer wieder überrascht davon, wie groß der Unterschied doch in einigen Situationen ist. Der Zugang zum Kinderwunsch, der bei alleinstehenden Frauen genauso stark sein kann, wie bei Paaren, könnte nicht weiter voneinander entfernt sein. Wir sind froh und stolz darüber, dass wir Singlefrauen bei uns auf die gleiche Art und Weise willkommen heißen können, wie wir Paare willkommen heißen. Und wir stehen auch zu 100 % hinter den Frauen, wenn Sie die Behandlung ohne Hormone oder Auslösespritze durchführen möchten. Denn auch wir wollen lieber die Behandlung im natürlichen Zyklus machen, damit die Befruchtung so natürlich wie möglich stattfinden kann, ohne dass dies terminiert wird, nur damit es zu den Öffnungszeiten der behandelnden Klinik passt. Der Körper weiß meistens am besten, wann das perfekte Timing ist und danach richten wir uns gerne.

Wir freuen uns sehr darüber, dass das Thema Solomütter in Deutschland angesprochen und auch diskutiert wird, und wir können allen empfehlen sich die Reportage in der ARD-Mediathek anzuschauen, um mehr über das Thema zu erfahren.

 Bis dahin wollen wir allen Frauen, die sich überlegen Solomutter zu werden, nur eins sagen:

“Ihr schafft das!”

Klicken Sie hier um die Reportage in der ARD-Mediathek anzusehen.

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